Spenden
Ein neues Modell für Verantwortung: Warum Spenden nicht steuerlich attraktiver werden sollten
Deutschland hat ein paradoxes System: Unternehmen können Verluste abschreiben - aber nicht gesellschaftliche Verantwortung. Leerstehende Wohnngen, weggeworfene Lebensmittel, ungenutzte Ressourcen: All das ist steuerlich neutral oder sogar vorteilhaft.
Gleichzeitig kämpfen Tafeln, Obdachlosenhilfe, Kinderorganisationen und soziale Vereine um jede Kiste Lebensmittel, jedes Bett, jede Unterstützung.
Es ist Zeit, dieses System umzudrehen.
1. Abschreibungen für Leerstand und Vernichtung abschaffen:
Wohnungen stehen leer, obwohl Menschen sie dringend brauchen. Lebensmittel werden entsorgt, obwohl sie am selben Tag noch helfen könnten - warum: Weil Verluste steuerlich geltend gemacht werden können. Ein System, das Verluste belohnt, erzeugt Fehlverhalten.
2. Spenden steuerlich attraktiv machen:
Statt Verluste zu belohnen, sollte der Staat gesellschaftliches Handeln belohnen. Das bedeutet:
- Ein Bäcker spendet übrig gebliebene Brote.
- Ein Bauer spendet Gemüse, das nicht verkauft wurde.
- Ein Fleischer spendet Ware, die noch gut ist.
- Ein Wohnungsunternehmen stellt Betten, Möbel oder Räume bereit.
Für jede Spende erhält das Unternehmen eine digitale Spendenquittung, die über Elster erstellt wird - einheitlich rechtssicher, ohne Papier.
Organisationen bestätigen die Spende digital - Artikel, Menge, Wert, Datum, Stempel. Das Finanzamt erkennt die Quittung automatisch an.
3. Warum das System sofort funktionieren könnte - es braucht:
- keine neuen Behörden
- keine neuen Plattformen
- keine komplizierten Gesetze
- keine Milliardeninvestitionen
- keine zusätzliche Bürokratie
Manchmal liegt der Fortschritt nicht im Aufbau von etwas Neuem, sondern in der besseren Nutzung dessen, was bereits existiert.
