Thema: Perfektion
Meine Sichtweise
Perfektion – ein Wort ohne Platz in meinem Leben
Zu Festtagen hört man es besonders oft:
das perfekte Geschenk, das perfekte Essen, das perfekte Outfit, die perfekte Stimmung.
Doch was soll dieses Wort eigentlich bedeuten. Für mich ist es leer. Menschen sind unterschiedlich, Geschmäcker sind unterschiedlich, Kulturen sind unterschiedlich. Was für den einen „perfekt“ ist, wirkt für den anderen überladen oder geschmacklos.
Perfektion erzeugt Druck – und Druck hat noch nie Freude, Nähe oder Gemeinschaft geschaffen. Ein Fest lebt nicht von Perfektion, sondern von Atmosphäre: von einem Lächeln, einem ehrlichen Kompliment, einem Moment, in dem man sich wohlfühlt.
- Nicht das Geschenk zählt, sondern die Geste.
- Nicht das Outfit, sondern die Ausstrahlung.
- Nicht das Essen, sondern das Zusammensein.
- Perfektion ist ein Fremdkörper im Menschlichen.
Ich habe dieses Wort für mich nie benutzt. Ich würde es nicht ersetzen, sondern verbannen. Denn Perfektion verlangt Anpassung.
Sie verlangt, dass man sich überlegt, wie man wirken sollte, statt wie man ist. Sie macht Menschen unsicher, obwohl ihr Innerstes ganz anders denkt. Echtheit statt Anpassung.
In meinem Umfeld spielt Perfektion keine Rolle. Wichtig sind Respekt, Freundlichkeit, Humor, gepflegtes Auftreten – nicht Uniformität. Ob jemand einen Anzug trägt oder Jeans mit Hemd und Jacket, sagt nichts über seinen Charakter aus.
Ein Tattoo macht niemanden weniger professionell. Und ein Outfit ersetzt keine Haltung.
Ich brauche keine Begegnungen, in denen ich jedes Wort abwägen muss. Wenn ich beim ersten Kennenlernen nicht ich selbst sein kann, entsteht keine Verbindung. Ein Lächeln und ein nettes Wort sagen mehr über einen Menschen aus als jedes „perfekte“ Auftreten.
Auch im Business gilt: Perfektion trennt, Echtheit verbindet. Wer legt eigentlich fest, was im Business getragen werden muss. Warum eine Kleiderordnung, wenn die Gesellschaft gleichzeitig immer weniger Wert auf Freundlichkeit, Empathie und Miteinander legt.
Für mich zählt:
• gepflegt und sauber
• eine ordentliche Frisur
• freundliche Umgangsformen
• Kompetenz – und die Ehrlichkeit zu sagen, wenn man etwas nicht weiß
Das ist Professionalität.
Nicht der Anzug, nicht die Fassade, nicht die Rolle.
Was bleibt - Perfektion schafft Distanz - Echtheit schafft Nähe.
